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INFORMACJE O STRONIE

Das heutige Stadtbild prägen die Gebäuden der Baumeister aus dem Mittelalter – das Rathaus, die Mariä-Himmelfart-Kirche, die Saint-Nicolaus-Kirche und die Schutzmauern. Sie waren Werke der Maurer- und Steinmetzegruppen, die Schlesien durchstreiften. Eine europaweit bekannte technische Lösung, die zu dieser Zeit errichtet wurde, ist das Bunzlauer Aquädukt, das die Stadt mit Wasser versorgte und die Abwasser in den Fluss Bober abführte. Das Aquädukt wurde vom Queckbrunnen versorgt, dessen Wasser, wie man sagt, zauberhafte Eigenschaften besaß. Mit den Stadtanfängen wird die Tätigkeit der Goldgrubenarbeiter verbunden. Der Goldbergbau sollte finanziell so attraktiv sein, dass der Herzog Boles³aw Wysoki im Jahr 1190 eine Siedlung Boleslavia gründen ließ. Die Siedlung, die zu Ansätzen der Stadt wurde, sollte sich an der Stelle entwickelt haben, wo sich früher Drei Wirthäuser befunden hatten, die den Reisenden eine Übernachtung anboten, die den Fluss Bober überquerten.

Wendel Rosskopf /ca.1480 – 1549/

Einer der besten schlesischen Architekten der ersten Hälfte des 16. Jhs., der in seinen Werken die Spätgotik mit der Renaissance verband. Er erwarb die Erfahrung in Prager Königshaus unter Aufsicht des Benedictus Ried. Die ersten Werke des Meisters entstanden im Süden Böhmens. Seit 1518 war Rosskopf sehr aktiv in Oberlausitz und in Schlesien, u.a. baute er Objekte für den Herzog Friedrich II. von Leignitz und Reichenbach um, leitete den Renaissance-Umbau des Leihenbaukomplexes in Görlitz und baute die Rathäuser in Bunzlau und in Löwenberg aus, wo die herrlichen Säle mit Kurvenliniengewölben entstanden.

Das Rathaus – am Marktplatz 41 (1)

Das wahrscheinlich erste hölzerne Rathausgebäude wurde im 2. Viertel des 14. Jhs. errichtet. Es wurde durch die Hussiten zerstört und im Jahre 1432 durch das neue gemauerte Gebäude ersetzt. Der älteste Teil des heutigen Rathauses ist der nördliche Gang mit dem Turm, der auf das Ende des 15. Jhs. zurückdatiert wird und der mit dem sächsisch-lausitzer Haus verbunden wird, wovon die Fenster und Portale zeugen. Ein wesentlicher Ausbau erfolgte unter Mitwirkung des Wendel Rosskopf in den Jahren 1525-1535, als der südliche Gang und der repräsentative Ratsaal (der heutige Trausaal) hinzugebaut wurden. In den Jahren 1776-81 erfolgte ein barocker Objektumbau, und Ende des 19. Jhs. „bereinigte” man seinen Körper, indem man die umgebenden Verkaufsstände abrieß und die Renaissance-Portale aus nahe liegenden Häusern in die Fassade einmauerte.


Der Ratsaal – ein nicht großer Saal der von Wendel Rosskopf realisiert wurde, mit Ausmaßen knapp 10,5x7, besitzt ein prunkvolles Kurvenliniengewölbe – die sanft durchlaufenden Rippenlinien bilden sechsarmige Sternornamente und verschaffen der ganzen Komposition einen sanften, unruhigen Bewegungseindruck. Die dekorative Lösung übernahm Rosskopf von seinem berühmeten Meister Benedictus Ried, der eine ähnliche Lösung in dem königlichen Ladislaus-Saal im Prager Hrad-Schloß einsetzte.

Das Hungerverlies – das sich unter dem Rathausturm befindliche Verlies war lange Jahre vergessen bis es im Jahr 1921 wieder entdeckt wurde. Das Verlies diente als Gefängnis, wovon die Inschrift im nördlichen Rathausgang zeugt: Jus cole; perniciosa viris iniuria res est – beachte das Recht, die Ungerechtigkeit ist verderblich. In diesem Verlies wurde am Anfang des 16. Jhs. der mehrmalige Bürgermeister Anshelmus Scholz festgehalten, der sich nach seinem Amtsverzicht wagte, gegen den Magisterrat anzutreten. Damals war es eine sehr berühmte Angelegenheit, denn die Mitglieder des Magisterrates mißachteten den königlichen Geleitbrief, indem sie Scholz verhaftet hatten. Sie stellten sich auch nicht im Prozess, den der heißblütige Bürgermeister anschließend anstrengte. Der Konflikt wurde zu einem „privaten Krieg” der Söhne von Scholz gegen den Magisterrat, der der Stadt viele erhebliche Verluste beibrachte.

Die Maria-Himmelfahrt-Kirche und Saint-Nicolaus-Kirche (2)

Das ursprüngliche Gebäude aus dem 13. Jh. wurde durch den Überfall der Hussiten 1429 zerstört. Der Aufbau wurde gegen 1442 aufgenommen und erneut unterbrochen. Die heutige Gestalt erhielt die Kirche 1482-92. Die gotische Dreischiff-Pseudobasilika wurde durch das sächsisch-lausitzer Haus errichtet. An der Wende des 15. und des 16. Jhs. wurde das Gebäude auf der südlichen und westlichen Seite mit den reich gezierten Portalen bereichert, und am Anfang des 16. Jhs. wurde an das südliche Seitenschiff eine Reihe von Kapellen angegliedert. Das Gewölbe der Chorbühne im südlichen Schiff mit den abgeschnittenen Kreuzrippen, das wiederholende vierarmige Sternmotiv mit der Kartusche und dem Datum 1521 wird mit der Werkstatt von Rosskopf verbunden.

Der Gedenkstein zur Gründung des Abwassernetzes, Grünanlage in der Bankowa-Straße (3)

1531 fing der Aufbau des Aquäduktes an, der durch die unterirdischen Steintunnels geführt wurde. Das Bunzlauer System war wahrscheinlich die zweite derartige Lösung im mittelalterlichen Europa, gleich nach der Erfindung der Mailander Mönche aus dem 12. Jh. Dank der Niveaudifferenz – der versorgende Queckbrunnen lag auf der Höhe von 205 Metern, und der Fluss Bober auf der Höhe von 170 Metern – war die Wasserzuführung für die Häuser und die Abwasserführung in den Burggraben und weiter in die am Fluss liegenden Gebiete möglich. Der Name Queckbrunnen, wurde von Einigen als „Brunnen des Lebens” oder als „Rindbrunnen” – Viehtränke interpretiert. Er lag in der Entfernung von 2 Bogenschüßen (240 m) östlich von der Stadt. Viereckig, ursprünglich mit Holzbalken umrahmt, wurde er erst 1559 mit Steinwerk umgeben. Die Quelle war 13,80 Meter lang, 8,40 Meter breit und die Wassertiefe betrug 0,30 Meter. Nach einer Sage nahmen von der Quelle drei Bächer ihren Anfang, eins für die durstigen Tiere, eins für die gerechten und gattentreuen Leute und ein drittes, das ewiges Leben garantierte. An den Brunnen zogen, vor allem im Mittelalter zahlreiche Pilger heran. Aus der Quelle tranken der böhmische König Ferdinand /27.05.1538r./ und der schwedische König Karl XII. /14.09.1707r/. Der Brunnen wurde durch viele Dichter besungen, besonders in der Zeit der Renaissance. Die Bunzlauer glaubten auch, der ungewöhnliche Geschmack und die Stärke des weit bekannten Bieres sind Ergebnis der geheimnisvollen Eigenschaften des Brunnenwassers.

Die Wehrmauer (4)

Die erste schriftliche Notiz über das Vorhandensein der Wehrmauer taucht 1316 auf, obwohl sie wahrscheinlich bereits früher existierte. Die heutige, teilweise erhaltene Gestalt bekam die Mauer 1479–80. Es war ein doppelter Mauerring mit Basteien auf dem Viereck- und Halbzylinderplan samt Burggraben- und Teichsystemen. Die Stadt besaß drei Tore: Oberes Tor (Ost), Unteres Tor (West) und Nicolaus-Tor (Süd). In der Zeit der napoleonischen Kriege wurden die Mauern großenteils zerstört, 1841 wurde beschlossen, die ehemaligen Wehrgebiete in eine malerische Spazierzone für Fußgänger umzuwandeln.

Die Nicolaus-Vorstadt – das heutige Gebiet auf beiden Seiten der Komuny-Paryskiej-Straße (5)

Die Goldgrubenarbeiter bewohnten die älteste Vorstadt, die als Nicolaus-Vorstadt bekannt war, wo sie gegen 1202 die Saint-Nicolaus-Kirche (dem Schutzheiligen der Bergleute Saint-Nicolaus gewidmet) aufgebaut hatten. Nach der Sage haben die Grubenarbeiter tagtäglich Bausteine für die Wehrmauer mitgeholt. Die Bunzlauer Grubenarbeiter waren gegen 1224 in drei Gewerkschaften vereinigt: Goldenes Grundstück, Saint-Nicolaus und Silberner Brocken. Alle Goldsucher mussten die festgesetzten Regeln einhalten. Die Grubenarbeit durfte erst nach Erhalt einer Erlaubnis des Wassermeisters aufgenommen werden. Nachdem auf dem Grundstück Gold gefunden worden war, erhielten der Grundbesitzer und der Herr jeweils ein Viertel des Fundes. Um die Verschuldung der Grubenarbeiter durch übermäßiges Trinken in Wirthäusern zu vermeiden, verbot man den Wirten, den Wein und Bier an die Gewerkschaftlern zu verkaufen.

Der Stadtwald entlang der Jeleniogórska-Straße – die Überreste der Grubenbaue (6)

Das Gold wurde im Wald südlich der Stadt gegraben, was die gegenwärtigen archäologischen Forschungen bestätigten. Durch den Wald Zeche floss das Goldene Bach, das das Goldene Teich versorgte. Die geologischen Forschungen ließen feststellen, dass der goldhaltige Sand und Kies aus der Gegend von Bunzlau – Löwenberg – Goldberg eng miteinander verbunden sind. Die mit dem Riesen-Isergebirge verbundenen goldhaltigen Sedimente, die durch die Oberflächengewässer abgespült wurden, wurden als sehr kleine Schuppen durch die Flüsse transportiert. Die sekundären Lagerstätten bildeten sich in den Flussschleifen, Engpässen oder vor Hindernissen. Die archäologischen Forschungen ließen die Überreste der Grubenbaue und Schächte erkennen. Das Gold aus dem goldhaltigen Sand wurde in Schüsseln oder Wäscher herausgespült. In Anlehnung an die historischen Quellen und Forschungen kann angenommen werden, dass die Blütezeit der Bunzlauer Zechen zwischen der Mitte des 12. und Mitte des 13. Jhs. anfällt. Nachher ist die Intensität der Arbeiten gesunken. Die Ursache der Arbeiteneinstellung verbindet man mit dem Tod vieler Gewerkschaftlern in der Schlacht gegen die Tataren bei Leignitz im Jahr 1241 sowie mit dem Abfall der Renabilität der Arbeiten. Die Einschätzung der Menge des in Bunzlauer Region gewonnenen Goldes ist sehr schwierig. Laut Gansel fürte durch die Zeche eine sekundäre Schicht des goldhaltigen Sandes auf drei unterschiedlichen Tiefen und mit der der Breite von ca. 8 Metern, die zu einer 56 Km-langen Schicht einzugleidern ist, die auch unter Löwenberg führt. Der Goldgehalt sollte von 25 bis 100 Gramm Gold in einer Tonne Sand betragen. Andere Forscher schätzten den Goldgehalt für viel weniger ein (von 2 bis 14 Gramm pro Tonne).

Der Stadtwald an der Jeleniogórska-Straße – die Rekonstruktion des Stolleneinganges

1905 wurde die Rekonstruktion des Stolleneinganges wieder aufgebaut, die an die Chroniken der Goldzeche zurückgreift. Der Chronist F. Holstein schrieb im 16. Jh., dass er die Spuren der Halden gesehen hatte und 2 bis 4 Meilen von der Stadt hatte er auch die Zechen gefunden. Ein anderer Chronist J. Bergemann fand die Zechen noch am Anfang des 19. Jhs. und er nahm auch die Versuche vor, das wertvolle Erz zu gewinnen.


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