Das 19. Jh. zeichnete sich in der Naturwissenschaft – in Buznlau wurde K.F. Appun geboren – und in der Gartenanlegekunst aus – bis heute existieren in der Stadt drei Parkanlagen der berühmten Landschaftplaners E. Petzold.
Karl Ferdinand Appun /1820 - 1872/
Einer der bekanntesten Wissenschaftler Welltenbummler. Er wurde in der Familie eines Bunzlauer Buchhändlers geboren. Durch Zoologie und Botanik fasziniert, folgte er dem Rat des Alexander von Humboldt und mit Unterstützung des Königs Friedrich Wilhelm IV. reiste er 1849 nach Venezuela. Fast zwanzig Jahre lang forschte er die Länder der Südamerika, und seine Beobachtungen veröffentlichte er in einem Werk „In der Tropik” (in zwei Bänden) sowie in zahlreichen Leseartikeln. Seine wissenschaftlichen Sammlungen erhielten zwei Mal den Preis in den Londoner Ausstellungen.
Am Marktplatz Nr. 28 – die jeztzige Buchhandlung „Agora” (13)
K.F. Appun wurde im barocken Haus geboren, in dem sich Anfang des 19. Jh. der Appun-Verlag befand. Das Haus wurde 1897 abgerissen. Fünf Jahre später wurde an desser Stelle eins der ellegantesten und modersten Kaufhäuser in der Stadt aufgemacht. Bewundernswert waren vor allem die Fassaden, ein Beispiel der damals modischen historischen Architektur mit überwiegenden modernen naugotischen und neurenaissancen Elementen. In dem nach dem 2. Weltkrieg sorgfältig wieder aufgebauten Haus befindet sich heute, konform mit der alten Tradition, eine Buchhandlung ”Agora”. /siehe Seite…./
Eduard Petzold /1815-1891/
Er gehörte zu den glänzenden europäischen Landschaftplanern. Er war vor allem in Türingen tätig und arbeitete an den berühmten Gärten in Bad Muskau, die das Werk seines Lebens wurden. Ein weiterer großer Landschaftplaner – Pückler, empfahl Petzold dem Herzog Friedrich von Niederlanden und sagte: „Meine Anwesenheit in Muskau ist nicht mehr erforderlich, denn er ist mein alter ego und ich erwarte von ihm mehr als von mir selbst”. Petzold, den die Zeitgenossen für einen genialen Künsler hielten, sollte die Trüme des Herzogs verwirklichen, einen größsten und schönsten Park Europas anzulegen. Neben seiner Tätigkeit in Muskau entwickelte er auch Projekte für andere Ortschaften – u.a. entwarf er 17 Parkanlagen in Holland und bis auf 55 in ganz Schlesien. Er war auch dank seiner theoretischen Arbeit bekannt, in der er seine künstlerischen und entwicklerischen Kenntnisse der Park- und Gartenanlagekunst präsentierte.
Auch in Bunzlau verwirklichte E. Petzold in den 60er und 70er Jahren des 19. Jh. interessante Projekte der Park und Gartenanlagen. Er war durch die Verwendung der ellipsenförmigen Wege, die Beseitigung von senkrechten Kreuzungen, die mutige Umrissplanung, die Botonung der schönsten Singletonform und der Vielfalt der Farbtöne bekannt. Er war Meister im Ausbau der Weitachsen und Aussichtverbindungen in der umghebenden Landschaft (auf dem Buzlauer Gebiet u.a. der Jenny-Turm und der Parktal mit der Aussicht auf die Panorama der Stadt beim Vorwerk „Die Schwelle“). Petzold bevorzugte Laubbäume, verfügte über eine breite Auswahl der Mittel, stellte mutig die verschiedenartigen Baumkronformen und Kontraste der Laubfarben zusammen und strebte nach reichem malerischen Effekten. Er war ein Beispiel eines Künstlers, der all das vereinigen will, was ihm die schöne Natur anbietet und was die Kunst tun kann, um eine „lebendige malerische Landchaft“ zu schaffen.
Die Parkanlage am Kreisgericht (26)
Am 3. Oktober 1865 räumte der Stadtrat einen Betrag in Höhe von 550 Talar für die Realisierung einer Parkanlage am neuen Gymnasiumgebäude ein, und Petzold wurde beauftragt, das Projekt vorzubereiten. Der Park mit einfacher Raumkomposition besitzt einen Holzbestand, der für die Parkanlagen der 2. Hälfte des 19. Jh. charakteristisch ist. Man trift hier u.a. Bergulmen, Pensilvaner Eschen, eine Achornplatane, Purpurrote Buchen, Rote Eichen, Krimlinden, gemeine Buchen und Heinbuchen, Bergachorne und eine seltene hochmütige Esche. Ein ergänzendes Skulpturelement der Parkkomposition war ein auf dem Pastament gestellte Marmor-Brustbild des Martin Opitz Meißels Michaelis, eines Breslauer Bildhauers aus dem Jahr 1877. Der Park ist als erstes Beispiel für die bewußte Gestaltung der Grünanlagen an den öffentlichen Gebäuden in Deutschland bekannt.
Wolnoœci-Platz – der ehemalige Dworcowy-Platz (30)
Der durch die Gebäuden des Eisenbahnhofs und der Post im Norden und durch die in der Kaszubska-Straße liegenden Häuser im Osten umgebene Platz, bestand aus zwei Teilen. Der erste Teil war die 1854 gegründete Grünanlage, der andere entstand 1872 nach dem Projekt des Petzold – in der Mitte des Tiefgrüns wurde ein den im französchisch-peußischen Krieg gefallenen Soldaten gwidmetes Denkmal aufgebaut.
Das Monument wurde im demselben Jahr nach dem Projekt Wilhelm Dörich ausgeführt, es hatte die Form einer Säule, die mit mit dem Haupt des vom Oberen Tor verlegten Adlers bekrönt war. Das Ganze war an den Staßenränden durch die Kastanienalleen umgeben und stützte sich auf der östlichen Seite auf die hohe Grünanlage, die zwischen jetzigen Straßen Kaszubska und Mickiewicz liegt. Der Park am Gericht, die Grünanlage und der Park am Bahnhofplatz sowie die Parkanlagen um die Wehrmauern herum wurden in den 20er Jahren des 20. Jh. in eine einheitliche Spaziergang eingegliedert.
Der Park in der Kosiba-Straße (31)
Der sich zwischen Kosiba-Straße und Piastenallee befindliche Aussichtsturm wurde 1873 zur Denkwürdigung der diesen Namen tragenden Ehegattin von Etienn Doussin, dem Besitzer des nah liegenden Vorwerkes „Die Schwelle”, errichtet. Der malerische Bau im neugotischen Stil wurde zwei Jahre später in eine durch Eduard Petzold ausgeplante Parkanlage eingegliedert. Im Park herrschte der Holzbestand heimlicher Herkunft mit einer nicht großen Menge von Fremdsorten, wie Kastanien, Roteichen und Scheinakazien.
Der Schützenpark - jetzt in der Parkowa-Straße (32)
Die heutige Gestaltung des Parkes ist Ergebnis der im April 1921 durchgeführten Arbeiten, die den ehemaligen Schützenplatz und die so genannte Irrgarten Parkanlage umwandelten. Das Gebiert zierten klassizistischen Geböuden, die am Anfang des 19. Jh. errichtet wurden: Gie Johannes- und Wilhelm-Loge aud den Jahren 1797 und 1799 sowie das 1827-29 entstandene Schützenahaus /Schützengildehaus/. Aus dem Komplex erhielt sich nur die Wilhelm-Loge.
Der Stadtwald an der Jeleniogórska-Straße – die Zeche (6)
Der Stadtwald, der durch die Einwahner die Zeche genannt wurde, unterlag seit 70er Jahren des 19. Jh. der allmählichen Umwandlung durch den Maler Scholz. 1874 wurden im nördlichen Teil des Waldes Spazieralleen abgesteckt und wurde ein kleiner Taich mit einer in der Mitte liegenden Insel ausgegraben. Auf der anderen Wegseite wurde die bisherige Wiese dank einem Damm am Waldbach in einen Teich verwandelt, der von jetzt an Waldteich hieß. An seinem Ufer wurde ein Restaurant „Waldschloss“ eingerichtet und seine attraktive Lage zog die Mengen der sich nach dem Rast sehnenden Stadtbürgern an. 1905 wurde die Zeche Anlage um eine Rekonstruktion des Stolleneinganges bereichert, die an die mittalterliche Goldförderung erinnern sollte. 1912 entstand das Waldtheater mit der Bühne im Freien. Es wurde auch eine 67-stufige Trepe beaut, die auf die Anhöhe führte, wo 1922 ein kreuzförmiges Denkmal zur Würdigung der im ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aufgebaut wurde, das durch den Bilhauer Encke aus Berlin geschaffen wurde.
Der Park beim Palast in der Zgorzelecka-Straße Nr. 28-29 – jetzt der Sonderschulenkomplex (33)
Der malerische Part entstand in den 50er Jahren des 19. Jh. Er hatte ein kleines Wasserbehälter mit einer Brücke und einem neugotischen Pavillion. Er umfasste den 1857 für den Grafen Pückler errichteten gotischen Palast, der nachher in den Besitz des Grafen Hatzfeld überging, der für die von organisierten Musikkonzerte bekannt wurde, und dann in die Hände eines Engländers - Samuel Woller, des Besitzers der Textilwerke „Concordia”.
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